VORTRAG: Ungarn Rechtsaußen – Von „Judenlisten“ zu Flüchtlingsjagden

Das Jahr 2015 hat der extremen Rechten in Ungarn einige dicke Erfolge gebracht. Im Frühjahr gelang es der Partei „Jobbik“, die auf internationaler Ebene mit der NPD kooperiert, zum ersten Mal ein Direktmandat für das ungarische Parlament zu gewinnen. In Umfragen erreichte sie mit rund 25 Prozent breite Zustimmung und lag nur noch knapp hinter der Regierungspartei „Fidesz“; bei Menschen unter 30 Jahren war sie zwischenzeitlich sogar die populärste Kraft. Erst der Hardcore- Kurs von Ministerpräsident Viktor Orbán bei der Flüchtlingsabwehr hat den „Fidesz“ wieder klar nach vorne geschoben. Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus sind im gesellschaftlichen Alltag Ungarns ungebrochen präsent und schaffen eine stabile Basis für die extreme Rechte. Dabei ist der politische Kurs von Orbáns „Fidesz“ ebenfalls völkisch-autoritär geprägt, was sich bereits vor der Kampagne zur Flüchtlingsabwehr an der Einschränkung der Medienfreiheit oder an der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen neuen Verfassung zeigte. Die Veranstaltung informiert über die Entwicklung der ungarischen Rechten vom „Fidesz“ bis zu „Jobbik“ und über ihre politischen Verbindungen nach Deutschland.

Referent: Jörg Kronauer ( Freier Journalist aus London, Antirassistisches Bildungsforum Rheinland)

Der Vortrag findet am 27.10.2016 um 19:00 Uhr im Druckluft Oberhausen statt.